Sprachanimation TSCHECHISCH für Trützschler-Oberschüler

Ahoi“ hieß es für die 68 Sechstklässler unserer Schule am 28. September. Mit diesem tschechischen Wort für „Hallo“ und gleichzeitig „Tschüss“ begrüßte uns Pavlina aus Tschechien. In jeweils 2 spannenden wie auch lustigen Stunden führte sie uns spielerisch in ihre Muttersprache ein. Und nicht das Zuhören stand für uns im Mittelpunkt, sondern das Mitmachen.

SPRACHANIMATION – gefördert durch EUREGIO EGRENSIS – so hießen diese zwei rasanten Stunden, die wie im Flug vergingen…

Jǎ jméno ….“ – so stellten wir uns anfangs alle vor, was den meisten schon einmal die Angst vor dieser nicht ganz einfach klingenden Sprache nahm. Dann lernten wir mit unserem ganzen Körper Wörter wie vyše (oben), hluboký (tief), doprava (rechts), levý (links), rychle (schnell) und pomalu (langsam). Um diese Wörter schneller zu begreifen und im Gedächtnis zu behalten, animierte uns Pavlina dazu, alle Richtungen und Geschwindigkeiten in voller Action darzustellen. Neben dem häufigen Wiederholen dieser Worte half es tatsächlich, die neuen Vokabeln wiederzuerkennen.

Weiter ging es mit Gefühlsäußerungen. Dies war schon schwieriger.

Jak se máš?“ Wie bitte??? Nein! Diese Frage stellt man seinem Gegenüber, wenn man wissen möchte, wie es demjenigen gerade geht.

Jsem v pořádku.“ Mit dieser Antwort gab der Befragte an, dass es ihm gut geht. Alle durften nach dieser Antwort auf ihren Plätzen sitzen bleiben (Lag es vielleicht etwa daran, dass dies die häufigste Antwort war???).

Je mi to jedno.“ Wer sich an diese Antwort traute, gab an, sich zu langweilen. Damit verbunden war, dass seine beiden Nachbarn schnellstens die Plätze tauschen mussten. Und der „Verlierer“ war der neue Fragesteller…

Cítím se špatně.“ Damit wird ausgedrückt, dass es einem gerade nicht so gut geht. Alle Schüler mussten ihren Stuhl verlassen und in langsamem Tempo einen Stuhl gegenüber ansteuern. Eben. Langsam… Leider schienen etliche Mitschüler dieses Wort noch nicht mal in Deutsch zu verstehen. Denn trotz der mehrfachen Hinweise Pavlinas, dass dies kein Zeitspiel sei, hatten die meisten es zu eilig. Um größere Verletzungen zu verhindern, bekam jeder einen talíř (Teller) in die Hand (Glücklicherweise waren es Pappteller! ;-o). Auf die Rückseite sollte jeder seinen křestní jméno (Vornamen) schreiben. Alle schafften dies auf Anhieb.

Nun lernten wir die Wörter oči (Augen), nos (Nase), ústa (Mund) und vlasy (Haare). Die talíř wurden im Kreis herum und rychle getauscht. Den Schüler, dessen Namen man dann auf seinem talíř fand, durfte man sich ganz aus der Nähe anschauen und je nach Aufgabenstellung dessen oči, nos, ústa oder vlasy auf die Vorderseite des talíř zeichnen. Ein schönes Porträt entstand. Oder besser – ein einmaliges, außergewöhnliches, künstlerisch wertvolles Bildnis.

Nachdem sich alle wiedererkannten – oder auch nicht – lernten wir noch Wörter kennen, die dem jeweils deutschen Begriff sehr nahe kommen. Cukr, fotografování, školní, čaj, káva sind nur einige Vokabeln, die wir mit Hilfe von Bildern zuordnen durften und auch konnten.

Und schon waren diese beiden Tschechisch-Stunden vorüber. Schade eigentlich, denn inzwischen trauten sich die meisten tatsächlich an die neu gelernten Wörter heran.

Pavlina hatte noch eine Überraschung für jeden Einzelnen. Sie schenkte uns ein slovník.

Nun? Was könnte das sein?

Genau! Ein Wörterbuch für die Hosentasche, sodass wir gleich weiterlernen können oder uns beim nächsten Besuch in Tschechien mal ausprobieren können, wenn wir im obchodní (Geschäft) entweder mléko (Milch), sýr (Käse) oder marmeláda (das braucht keine Übersetzung) kaufen wollen.

Děkuji – dies war an diesem Tag unser letztes neues tschechisches Wort, welches wir an Pavlina richteten. Vielen Dank und Ahoi !!!

K. Ungethüm

(im Namen der Klassen 6a, 6b, 6c)