Die Trützschler-Oberschule und der Rotary-Club

Die Trützschler-Oberschule und der Rotary-Club kooperieren im Bereich Drogenprävention

Im Rahmen eines klassenübergreifenden Elternabends stellte die Reichenbacher Autorin Petra Höpfner ihr Buch „Zwölf Monate bis zu Endlichkeit“ vor. Zahlreiche Eltern folgten unserer Einladung zu dieser Veranstaltung und das zeigte uns, dass auch in unserer Region viel Informationsbedarf zur Sucht-/Drogen-Problematik besteht. Viel zu leicht können die Kinder und Jugendlichen heutzutage mit gefährlichen Substanzen in Berührung kommen. Eltern stehen diesem Thema dann oft rat- und hilflos gegenüber.
So erging es auch Frau Höpfner selbst und sie räumte ehrlich ein, dass sie manches heute anders machen würde. Ihr Sohn konsumierte über mehrere Jahre die Droge Crystal Meth. Lange bemerkten die Eltern nichts. Beim Ausstieg, den Patric Höpfner selbst wollte, waren die Eltern stets an seiner Seite. Doch auf schmerzvolle Weise mussten sie erkennen, dass ein Helfen im Sinne von Schwierigkeiten aus dem Weg räumen nicht unbedingt der richtige Weg im Umgang mit einem süchtigen Menschen ist. Aber kein Elternteil im Raum hätte in der dazu von Frau Höpfner beschriebenen Situation wohl anders gehandelt. Große Betroffenheit und viel Gesprächsbedarf herrschte nach der Lesung. Dass ihr Sohn Patric trotz der Unterstützung seiner Eltern den Kampf gegen seine Sucht verlor, führte allen Anwesenden vor Augen, mit welcher Ohnmacht man sich in solch brisanten Situationen befinden kann. Petra Höpfner will wachrütteln – das ist ihr gelungen.

Nach dieser Veranstaltung für die Eltern fanden inzwischen mehrere Lesungen von Frau Höpfner in Klassen statt (und weitere werden in den nächsten Monaten folgen). Der Autorin ist es sehr wichtig, auch mit Heranwachsenden über Drogen und die Folgen des Konsumierens ins Gespräch zu kommen.
In der Klassenstufe 7 bis 10 las sie aus ihrem Buch, stellte dabei ihre eigenen Gedanken als Mutter den Tagebucheinträgen ihres verstorbenen Sohnes gegenüber. Es gab unter den Jugendlichen viel Nachdenklichkeit und großen Redebedarf. Das Schicksal dieser Mutter, die den tragischen Selbstmord ihres Sohnes zu verarbeiten versucht, indem sie anderen jungen Menschen präventiv zu helfen möchte, berührte alle Schüler – wie vorher auch die Eltern – sehr.

Im passenden Rahmen einer Präventionsveranstaltung mit Frau Höpfner wurde im Oktober ein Kooperationsvertrag zwischen unserer Schule und dem Rotary-Club Auerbach-Reichenbach unterzeichnet. Dieser Vertrag sieht vor, dass der Rotary-Club die Trützschler-Oberschule mit einer großzügigen finanziellen Spende unterstützt. Dieses Geld wird von uns im aktuellen Schuljahr ausschließlich für die Sucht- und Drogenprävention verwendet und kommt in diesem Bereich allen Klassen zugute. Wir bedanken uns sehr herzlich beim Rotary-Club für diese wunderbare Unterstützung bei einer überaus wichtigen Aufgabe.

So sind z.B. weitere Veranstaltungen mit Petra Höpfner geplant. Außerdem gab es bereits eine weitere Präventionsveranstaltung mit Doreen Schreiter, einer jungen Mutter aus Chemnitz, die selbst Crystal konsumierte, inzwischen aber den Entzug erfolgreich bewältigt hat. Sie hat über ihr eigenes Leben mit Drogen sowie ihren Ausstieg aus der Szene das Buch „Rest In Peace“ geschrieben und dies in einer 8. Klasse vorgestellt. Ein Klassensatz dieses Buches konnte von der Spende des Rotary-Clubs angeschafft werden. Es kann daher nun auch im Unterricht ausführlich behandelt werden.

Weitere Präventionsideen sind an der Schule vorhanden und von der Umsetzung dieser Vorhaben werden wir im Laufe des Schuljahres immer wieder berichten. mawohl

Matthias Seidel, der Präsident des Rotary-Clubs Reichenbach-Auerbach,
sowie der Schulleiter der W.-A.-v.-Trützschler-Oberschule, Hans-Ulrich Tiepmar,
unterzeichneten den Kooperationsvertrag

Die Schüler der Klasse 7c wurden Zeugen dieses außergewöhnlichen Ereignisses und erlebten anschließend die Lesung von Petra Höpfner.