Gewaltpräventionsveranstaltung für engagierte Trützschler-Oberschüler

45 Schüler der Wilhelm-Adolph-von-Trützschler-Oberschule Falkenstein waren im Landratsamt des Vogtlandkreises zu Gast. Sie folgten einer Einladung der Gleichstellungs-, Integrations- und Frauenbeauftragten, Frau Veronika Glitzner. Im Rahmen der diesjährigen Interkulturellen Woche, die unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ stand, besuchten die Jugendlichen das Theaterstück „Marco, du bist stark!“, welches als Zweipersonenstück vom Theater EUKITEA dargeboten wurde. Inhaltlich ging es um den Umgang mit starken Gefühlen. Gewalt, Extremismus und Radikalisierung, aber auch mangelnde Nestwärme, die Suche nach Liebe und Zuneigung, mit ihrem Erziehungsauftrag überforderte Eltern und daraus resultierende Probleme bei Heranwachsenden, die diese oft in die Hände regelrechter „Rattenfänger“ treiben, standen im Mittelpunkt des von zwei Schauspielern sehr emotional dargebotenen Stückes.

Schnell war klar, dass dieses Stück genau den Nerv des jugendlichen Publikums trifft. Das zeigte sich auch in der sehr angeregten Diskussion der Zuschauer mit den Akteuren, die im Anschluss an die Aufführung erfolgte. Es gab viel Redebedarf. Man erkannte genau die Probleme von Klassenkameraden oder Freizeitfreunden (Oder vielleicht sogar eigene Befindlichkeiten?) wieder und wollte sich darüber austauschen.
Und genau so war es ja auch gedacht, denn die Jugendlichen aus Falkenstein waren nicht zufällig für die Teilnahme an dieser Veranstaltung ausgewählt worden. In Begleitung ihrer Schulsozialarbeiterin und der Beratungslehrerin nahmen besonders engagierte Schüler und Schülerinnen teil, die durch ihre verantwortungsvollen Tätigkeiten als Klassensprecher, Streitschlichter, Klassenpaten, Schüleraufsicht oder Mitglieder des Schülerrates im Dialog mit Gleichaltrigen mit genau diesen Problemen immer wieder konfrontiert werden und oft auch um Hilfestellungen in brenzligen Situationen gebeten werden. Sie sind die allerersten Ansprechpartner ihrer Altersgefährten. Der Besuch dieses Stückes sollte die Jugendlichen als Multiplikatoren schulen und ihnen bei ihrem Engagement für ihre Mitschüler helfen, z.B. wenn man einmal genauer auf Hintergründe für bestimmte Verhaltensweisen schauen muss. Es ist da schließlich oft so, wie im Theaterstück gezeigt – man sieht nur, was jemand tut, z.B. wie er ausrastet. Aber die Ursachen dafür liegen oft viel, viel tiefer. Und nur der, der da genau hinschaut, kann wirklich helfen.
Kurzum – die Falkensteiner Schüler verließen die bewegende Aufführung nachdenklich und mit neuem Wissen versehen. So sollte es auch sein, denn die Gewaltprävention ist schließlich einer der wichtigsten Punkte im Programm unserer Einrichtung. Und diese jungen Menschen helfen in eindrucksvoller Weise den Pädagogen der Schule tagtäglich, dass dieser hohe Anspruch auch erfüllt werden kann. Dabei gilt: Der Weg ist das Ziel.

Da auch unsere kleine Schultheatergruppe mit im Zuschauerraum saß, hatte die Aufführung für unsere jungen Schauspieler noch einen ganz besonderen Effekt, denn auch für diese Jugendlichen diente das Zuschauen als Fortbildung – sie schauten sich sehr viel vom „Handwerk“ der sehr authentisch agierenden Darsteller ab und waren überaus beeindruckt, wie man mit einem Minimum an Requisiten, aber mit viel Mimik und Gestik sowie dem richtigen Einsatz von Sprache und Musik das Publikum in seinen Bann ziehen kann.

dav

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Glitzner für die Einladung zu dieser tollen Veranstaltung sowie für die organisatorische Unterstützung. Alle Jugendlichen brachten bereits auf der Rückfahrt nach Falkenstein erwartungsvoll zum Ausdruck, dass sie sich auch im kommenden Jahr wieder über solch einen besonderen Höhepunkt freuen würden.

Martina Wohlgemuth
Beratungslehrerin der W.-A.-v.-Trützschler-
Oberschule Stadt Falkenstein