Sächsischer Heimatpreis für Heimatforschung 2020

Sächsischer Heimatpreis für Heimatforschung 2020 –
einer der Schülerpreise geht an die Trützschler-Oberschule

Auszeichnung für das Spurensuche-Geschichtsprojekt über Alfred Roßner

mde

Sicher haben Sie, liebe Leser, in den vergangenen Monaten schon mehrmals vom SPURENSUCHE-Geschichtsprojekt der Trützschler-Oberschule mit dem Titel „Wer e i n Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt.“ gelesen. Geschichtsinteressierte Schülerinnen aus den Klassen 8/9 hatten sich dabei über viele Monate intensiv mit dem Leben des Falkensteiners Alfred Roßner befasst, der während des Zweiten Weltkrieges als Treuhänder einer arisierten Firma im polnischen Ghetto Będzin zwar in den Diensten der SS stand, aber seine Position als Textilunternehmer zur Rettung jüdischer Angestellter sowie ihrer Angehörigen genutzt hatte. Dafür war er über ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod von der israelischen Shoa1)-Gedenkstätte Yad Vashem als GERECHTER UNTER DEN VÖLKERN2) anerkannt worden.

Die Jugendlichen waren gemeinsam mit zwei Lehrerinnen den Spuren jenes stillen Helden gefolgt und hatten ihre Forschungsergebnisse als Materialien für den Unterricht aufgearbeitet. Entstanden sind dabei eine Broschüre sowie eine kleine Ausstellung. Beides wurde erfolgreich beim 15. Sächsischen Jugendgeschichtstag 2019 in Dresden präsentiert. In der Folge dieser Veranstaltung kam es im Januar 2020 anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz zu einer Veranstaltung an der Trützschler-OS, bei welcher die jüdische Zeitzeugin Henriette Kretz (ursprünglich aus Polen stammend, heute in Antwerpen lebend) Schülern, Lehrern sowie interessierten Gästen über ihre Erinnerungen an das dunkle Kapitel des Holocaust / der Shoa1) berichtete. Auch dieses Ereignis, welches mit einer kleinen Gedenkfeier auf dem Falkensteiner Friedhof verbunden worden war, erregte damals großes Medieninteresse.

Das Ziel der Projektgruppe – Alfred Roßner in seiner Heimatstadt Falkenstein bekannter zu machen – wurde mehr als erfüllt, denn plötzlich wurde seine Geschichte sogar in Berichten von MDR und ZDF aufgegriffen. Mittlerweile ist das kleine Projekt-Team gut vernetzt mit Menschen in verschiedenen Regionen, die wir durch unsere Arbeit für Alfred Roßner, sein menschliches Handeln und sein tragisches Schicksal (Er verlor sein Leben 1943 mit knapp 37 Jahren während der Gestapo-Haft.) interessieren konnten.

Dass unsere Projektgruppe von der Stadt Falkenstein für den Sächsischen Bürgerpreis 2020 nominiert wurde, überraschte alle Beteiligten freudig. Im Oktober durften wir in der Dresdener Frauenkirche an der festlichen Veranstaltung zur Verleihung des diesjährigen Bürgerpreises teilnehmen – allein schon das war ein einzigartiges Erlebnis! Wir wussten natürlich vorher, dass alljährlich um die 100 Projekte nominiert sind und am Ende 5 Preisträger ausgezeichnet werden. Auch wenn wir in Dresden nicht zu den Preisträgern gehörten, genossen wir sehr, dass wir an diesem feierlichen Ereignis teilnehmen konnten, denn das erlebt man ja doch nicht so oft im Leben!

Allein schon die Nominierung unseres Teams durch unsere Stadt zeigte uns eine große Wertschätzung für unsere Arbeit und das erfüllt uns mit Stolz und Freude. Es bedeutet uns allen sehr viel, dass die Stadt Falkenstein unserem Schülerprojekt diese große Würdigung zuteilwerden ließ. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich.

Mit unserem Bürgermeister sowie dem stv. Bürgermeister verlebten wir am Tag der Bürgerpreis-Verleihung in Dresden unvergessliche Stunden,   zu denen z.B. auch eine unverhoffte Begegnung mit August dem Starken (natürlich durch einen Schauspieler dargestellt) gehörte – für uns geschichtsinteressierte Menschen war auch das natürlich ein ganz besonderes Highlight!

Die nächste Überraschung erfuhren wir Anfang und Oktober: Beim Sächsischen Landeswettbewerb für Heimatforschung wurde unserem Roßner-Projekt einer der drei Schülerpreise zuerkannt – eine weitere wundervolle Anerkennung für unsere Arbeit!