Gruppenbegegnung Graz September 2026

Diana Baumbach

Erasmus Plus

Am Samstag, 19. September, starteten wir mit fünf Schülerinnen und Schülern der Klasse 9a und Beteiligten von vier weiteren sächsischen Schulen nach Graz. Schon den Sonntag haben wir genutzt, um Graz und Umgebung sowie uns gegenseitig besser kennenzulernen. Nach dem Frühstück und einigen Kennenlernspielen fuhren wir auf den Schlossberg und besichtigten den Uhrenturm als eines der Wahrzeichen der Stadt Graz. Von dort aus hatten wir die Möglichkeit hinunter in die Stadt über eine gigantische Rutsche zu gelangen, was allen sehr viel Spaß bereitet hat! Im Anschluss besuchten wir im Zentrum die Veranstaltungen rund um das große "Aufsteiern 2026" und fuhren gemeinsam auf den Schöckl, der mit seinen 1445 m Höhe auch als Hausberg von Graz bezeichnet wird. Am Gipfelkreuz des Schöckl genossen wir den atemberaubenden Ausblick auf die Voralpenregion, bevor wir im Grazer Stadtzentrum den Tag bei leckeren Burgern ausklingen ließen. Am Montag ging es dann endlich in die Grazer Schulen. Wir gehen an die Höhere Lehranstalt (HLA) Graz-Eggenberg, an der 140 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 13 lernen. Hier findet Unterricht mit Profil Ernährungswissenschaften und Landwirtschaft statt. Am ersten Tag wurden wir von der Schulleiterin durch das Gelände und Gebäude geführt und nahmen an verschiedenen Fächern wie Pflanzen- und Gartenbau, Wirtschaftsgeografie oder GPRE (soetwas wie Geschichte und Gemeinschaftskunde) statt und lernten dabei den 1. und 3. Jahrgang, also Klasse 9 und 11, kennen. Sofort entdeckten wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wir waren erstaunt, dass die Lernenden hier erst ab der 10. Klasse Geschichte im Unterricht besuchen und dort mit der Steinzeit beginnen. Für die verbleibenden drei Schulbesuchstage sind wir auf weitere Eindrücke und Bekanntschaften gespannt und freuen uns auf die kommenden Tage!

Unser volles Programm des 8-tägigen Besuchs in Graz und Umgebung, samt viertägigem Besuch der HLA Graz-Eggenberg endete am Samstag, 26.09.2026 mit der Busrückfahrt ins Vogtland. Wir möchten aber nochmals auf die tollen gesammelten Eindrücke und Erfahrungen zurückschauen.

In den vier Schultagen lernten wir sehr viel über das österreichische Schulsystem und Unterschiede zum Unterricht bei uns. Statt dem Schulwechsel nach der 9. oder 10. Klasse, wechseln die Schüler in Österreich schon nach der 8. Klasse und besuchen dann an der HLA fünf Jahre die weiterführende Schule, da es keine richtig vergleichbare betriebliche Ausbildung wie in Deutschland gibt. Die Schüler legen im 5. Jahrgang dann die Maturaprüfungen ab. An der HLA Graz-Eggenberg ist der Unterricht sehr anwendungsbezogen. Es gab neben Fächern wie Deutsch, Englisch und angewandter Mathematik auch Ernährungsökonomie, Wirtschaftsgeografie und Pflanzen-/Gartenbau. Dadurch, dass wir in allen Jahrgängen stundenweise am Unterricht teilnahmen, war für uns nicht immer leicht nachvollziehbar, worum es im Unterricht ging – besonders in den höheren Jahrgängen, die bis zur bei uns vergleichbaren 13. Klasse gehen. Wir konnten gemeinsam gut vergleichen, was bei uns zuhause und hier im Unterricht unterschiedlich läuft. Beispielsweise arbeiteten in unseren Augen die Schüler deutlich ruhiger und auf den ersten Blick auch sehr interessiert am Unterricht mit, mussten aber auch selbstständig entscheiden, was sie mitschreiben, um sich gut auf Arbeiten vorzubereiten. Arbeitsblätter oder übersichtliche Tafelbilder zum Übernehmen haben wir vermisst. Alle Lehrkräfte und Lernenden waren sehr interessiert und freundlich. Auch hat uns fasziniert, dass an der Schule Unterricht bis zur 9. oder 10. Stunde (Ende 17:10 Uhr) eher die Regel, statt die Ausnahme ist. Diese Unterschiede herauszuarbeiten war ebenso spannend, wie das Erlernen besonderer österreichischer Wörter wie Jänner statt Januar, die Verabschiedung „Ba ba!“ statt „Auf Wiedersehen!“ oder Jausen statt Frühstücken in der Schule.

Die Schulleiterin Frau Dorner-Kienberger begleitete uns mittags zum Essen in den besonderen Speisesaal im Innenhof der Schule, der im Bauhaus-Stil vom Architekten Günther Domenig geplant wurde und ein echtes Highlight von innen und außen darstellt.

Mehrmals durften wir auch im Außenbereich und im Küchenbereich am praktischen Unterricht teilnehmen. Während Schüler der anderen mit uns an der HLA angereisten Schule an der Käseproduktion beteiligt waren, unterstützten wir im Gartenbereich bei der Ernte der Physalis, Tomaten, Pfefferoni, Sonnenblumen etc. und erstellten herbstliche Gestecke mit Materialien aus dem Gartenbereich.

Die übrigen mitgereisten drei Schulen waren an weiteren Schulen zugeteilt. Am Mittwoch durfte Herr Scheller mit den mitgereisten Gymnasien einen Tag voller neuer Erkenntnisse in die HTL BULME Graz – die mit 1 900 Schülerinnen und Schülern drittgrößte Höhere Technische Lehranstalt Österreichs – erleben. Neben der Teilnahme am praktischen Unterricht im Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik bot eine persönliche Führung durch den Schulleiter Herr Greier und ein gemeinsames Gespräch zwischen den Schulleitern zu den Gegebenheiten und Herausforderungen im Bereich der berufsbildenden Schulen viele spannende Einblicke.

Nachmittags und abends nutzten wir die gemeinsame Zeit mit allen mitgereisten Schulen um Graz und Umgebung zu erkunden. Neben einem Besuch in der Therme, Freizeit in der Innenstadt und einem Bowlingabend stand auch ein Besuch der Zotter Schokoladenfabrik auf dem Programm. Wir konnten über 300 verschiedene Schokoladensorten probieren und in die Welt der Schokolade eintauchen. Mit anschließend wenig Hunger, aber großem Appetit auf Herzhaftes genossen wir danach gemeinsam im Lasslhof ein herausragendes Abendessen.

Auch am letzten vollen Tag konnten wir die Südsteiermark genauer kennenlernen. Neben der Ölmühle Hartlieb mit selbst hergestelltem Kürbiskernöl vom Steirischen Ölkürbis mit Verkostung besuchten wir auch das Schloss Seggau. Zu Mittag genossen den Herbst am Weinberg der Buschenschankwirtschaft Pichler Schober, bevor wir den größten Klapotetz der Welt besichtigten und wieder einen neuen Begriff kennenlernen durften.

Durch die einwöchige Fahrt konnten viele neue Freundschaften geschlossen und andere Perspektiven eingenommen werden. Durch die Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem Schulbetrieb in den besuchten österreichischen Schulen und den heimischen Schulen, aber auch durch den Austausch zwischen den mitgereisten Schulen konnten wir viel Erfahrungen sammeln und mitnehmen. Die Reise war damit ein tolles Erlebnis für alle und hat große Freude bereitet.

Weitere Gruppenbegegnungen folgen nach diesem tollen Erlebnis sicherlich schon bald. Wir freuen uns schon heute darauf!

 

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